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Biographie
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| 55 | in Duisburg geboren | ||
| 71-74 | Lehre als Glasmaler | ||
| 74-78 | Abendschule Fachrichtung Kunst Gestaltung | ||
| 80 | Studienzeit in Aachen | ||
| 83-92 | Atelier Moers Kevelaer Rheinberg Moers | ||
| 99 | Mitglied im Bund bildender Künstler | ||
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Dr. Falko Herdemann über Pit Bohne Pit Bohne nutzt in seinen Arbeiten industrielle Materialien. Das ist einfacher Baustahl, der schon mal rosten kann. Das sind auch Reste der industriellen Produktion wie Schienen und Räder. Aber Pit Bohne ist alles andere als ein Künstler, dem es allein um die Ästhetik der Materialien geht. Im Zentrum seiner Arbeiten stehen Menschen. Meist sind es Männer. Es sind anonyme Gestalten, die auf ihre Silhouetten reduziert sind. Die Form der Gestalten wiederholt sich. Diese Figuren kommen selten alleine vor. Sie stehen in Gruppen zusammen. Manchmal scheinen ihre Körper ineinander überzugehen oder sie überschneiden sich. Aber Pit Bohne ist an mehr als nur den Körpern interessiert. In manchen Arbeiten finden sich Worte oder ganze Sätze, oder es sind die Titel der Arbeiten, die einen ganz anderen, neuen Zusammenhang herstellen. Seine Gestalten werden so zu handelnden Personen. Oder zu Personen, mit denen etwas geschieht. Es sind "Neue Männer, die das Land braucht". Oder sie haben sich zu einer "Stillen Demo" zusammengefunden. Sie türmen sich auf. Oder bilden Männergruppen. Oder sie hängen einfach da, was ja schon recht beängstigend ist. Pit Bohnes Arbeiten sind eine Auseinandersetzung mit dem Menschenbild, mit einem bestimmten Männerbild. Sie spielen manchmal sehr ironisch auf bestimmte Vorstellungen von Geschlechterrollen an. Sie sind aber immer auch ein Aufruf an den Einzelnen zum Handeln.
Dr. Falko Herdermann
Franjo Terhart über Pit Bohne Klarheit und Sachlichkeit zeichnen die Objekte aus Glas und Stahl aus, die der Künstler Pit Bohne seit seiner ersten Ausstellung 1987 bis heute dem Betrachter präsentiert. Dabei beschränkt sich der Bildhauer auf einige wenige gestalterische Mittel und schafft gerade durch eine strenge Reduzierung aufs Wesentliche sowohl Konzentration als auch poetische Aussagekraft. Form, Material, Raum und Licht bilden zusammen mit dem Betrachter, der nie außen vor ist, eine Einheit. Was meine ich damit ? Eines seiner neueren Objekte heißt "Der wunde Punkt". Dieser Titel zieht sich zugleich programmatisch durch sein ganzes Werk, denn Pit Bohnes künstlerische Aussage zielt immer auf den Konflikt: Mensch-Natur. Ob er in verbrannte Stelen "Vorsicht Mensch" einschneidet, den Betrachtern in zitternden Spiegeln sein fragiles Selbstbild erkennen läßt oder blaue Flaschen zu einem waghalsigen Turm stapelt, immer stellt der Mensch sowohl für sich, als auch für seine Umwelt eine Bedrohung dar. Sein Objekt "WHY" kann dabei wie eine philosophisch-theologische Frage "gelesen" werden. Der Mensch scheint nicht nur der Wolf des Menschen, sondern auch der ganzen Natur zu sein. Pit Bohnes Objekte strahlen zwar eine sachlich kühle Eleganz aus, legen aber bildlich gesprochen den Finger auf die Wunden, die der Mensch der Natur und sich selbst durch seinen globalen Unterwerfungsanspruch weist. Die Farbe Blau steht bei Pit Bohne für das Wasser und die Luft. Bei einem seiner Objekte scheinen Ringe aus schwarzem Gummi diese, für uns doch so lebenswichtigen Stoffe, im dreifachen Würgegriff zu halten. Auf mich üben Pit Bohnes Arbeiten eine suggestive Wirkung aus, in denen sich unsere Sehnsüchte, Ängste, Befindlichkeiten und Haltungen gegenüber der belebten wie unbelebten Natur wiederfinden. Und unsere Aussichten ? "Die Zeit läuft" - die Spur unserer Zivilisation nur Flüchtig in den Sand gedruckt von der Walze Menschheit... Franjo Terhart |
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